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Wanderfahrt Moselle Frankreich von 1. bis 9. August 2003

ruderruedi, 01. Jan. 2004, 21:10h ()


Ich erinnere mich genau, es war Marguerite Bense, die im Juli 2002, bei einem Glas französischen Rotwein, die Geburtswehen zu dieser Fahrt einleitete. In der Wohnung am Galggraben 9, in BS, dachte sie laut darüber nach, die nächste größere Fahrt könnte doch in Frankreich stattfinden! ?


Marguerite, die aus Reims stammt, also eine waschechte Französin ist, meinte, dass das doch wohl ohne weiteres möglich wäre und bot ihre Unterstützung und Hilfe zum Gelingen einer solchen Unternehmung an. Das klang spannend, sehr interessant und hatte den Reiz des Besonderen. Frankreich, das liegt ja schließlich nicht in Niedersachsen oder Brandenburg. Der Aufwand, die technische Umsetzung, Logistik, die Planungen und Vorbereitungen bedeuteten eine ganz andere und grössere Anstrengung und Dimension.
Wie sich zeigte, nahm Werner als Fahrtenleiter in seiner ihm gewohnten Gründlich- und Zuverlässigkeit gemeinsam mit Marguerite diese Aufgabe in Angriff und sie meisterten, ich will es vorweg nehmen, alle Hürden, Ecken und Kanten und führten dieses Erlebnis zum vollen Erfolg.
Die Vorbereitungen begannen mit einem Besuch an der Moselle, um Metz herum. Vieles musste erkundet und in Erfahrung gebracht werden. Unterkünfte, Flussläufe, kulturelle und geschichtliche Sehenswürdigkeiten, Transporte, Lagerplätze u.s.w.. Wie wir erfahren und erleben durften, waren die verwandtschaftlichen Beziehungen und Verbindungen von Marguerite und Werner von großem Nutzen und erleichterten einiges. An dieser Stelle sei der Familie in Metz, um Henry herzlich gedankt, auch und gerade für das gezeigte Engagement und Gastfreundlichkeit.
Nach dem die notwendigen Erfordernisse in Erfahrung gebracht waren, ging es an die Umsetzung und praktische Vorbereitung. Klar war, es mussten Boote aus BS mitgenommen werden und die Fahrt sollte im August 2003 von Neuves Maison, auf der Moselle nach Trier gehen.

Unklar war, ob man in den Schleusen in Frankreich eine Schwimmweste tragen musste?! Da es keine klaren Antworten aus Frankreich gab, wurden Westen besorgt und mitgenommen. Am Ende der Tour wußten wir, dass dort, wo wir gerudert sind, keine nötig waren. Am 31. Juli, nachmittags, bei hochsommerlichen Temperaturen, beluden wir in BS den Bootshänger mit 2 x D4 m. St. und 1 x D2 m. St, Werkzeug, den besagten Schwimmwesten, tankten den Vereinsbus, um am 1. August um 5.30 h vom Vereinsgelände in Richtung Frankfurt a. M. zu starten.
Dort luden wir noch einen R4 in. St. der Frankfurter RG "Germania" zu, um anschließend direkt weiterzufahren über die Autobahn zur franz. Grenze, dann weiter in Richtung Metz, um zügig bis nach Pont à Mousson zu gelangen.
Um 17.45 trafen wir in unserem 1. Quartier ein, wo sich alle Sportsfreunde aus Frankfurt a. M. (6), BS (10) und Neuruppin (2) versammelten.
Wir beschlossen noch am selben Abend die Boote zum Einsatzpunkt, nach Neuves Maison, zu befördern und sie einsatzfähig zu machen, um früh am nächsten Tag ohne große Verzögerungen starten zu können.
Ein großer Teil der Ruderer kehrte anschließend in ein gemütliches Restaurant, mit herrlichem Blick in ein wunderschönes Tal, zum Abendessen ein. Hier endete der Auftakt der Reise mit einem kulinarischen Abschluss als Ouvertüre.
Unsere Quartiere waren so gewählt, dass wir nur kurze An- und Rückreisewege zu den einzelnen Etappen hatten. Es waren die Hotels in. Pont à Mousson als Anfangsquartier, in Thionville als Zwischenquartier und eine Jugendherberge in Trier als Zielquartier.
Am 2. August ging es dann um 9.30 aufs Wasser, um zur 1. Etappe zu starten. Mit zwei D4 m St. und einem R4 m. St. Die Moselle mit nur geringer Strömung und spiegelglatter Oberfläche in gleißendem Licht trug uns in Richtung Rhein.
Mit dabei waren Werner mit den Frankfurtern Dieter, Hans und Erika im Riemen Vierer m. St. - was man selten sieht auf Wanderfahrten - Ute, Paul, Rita W., Evi, Reinhard, Joo, Florian, Burkhardt, Franziska, Mechthild und Martin in dem D4rern m. St., Marguerite und Frau Müller als Landdienst, eine wichtige und unerlässliche Unterstützung. Unser erstes Ziel hieß Liverdun, am Camping-Platz, etwa 35 km. Nach einem Picknick in Toul musste kräftig mit den Sonnenschutzcremes nachgebessert werden. Faktor 15 oder 18 waren viel zu wenig. Es wurde auf 25 bis 30 erhöht. Die Getränke schienen zu verdunsten, so warm war dieser Tag. Mit etwa 36°C im Schatten wurden ca. 1 Liter Wasser auf 10km, pro Kopf und Ruderer, gebraucht. Ein Vierer half sich mit einer an-dauernden Wasser-schlacht, um ihre Körper zu kühlen.
Gegen 18.00 Uhr erreichten wir unser Ziel, wo wir unsere Boote nach dem Bezwingen einer steilen Böschung auf einem Camping Platz lagern konnten. Die Duschmöglichkeiten und die Fluten der Mosel wurden gerne genutzt, um sich zu erfrischen. Der Abend endete bei einem deftigen Abendbrot verbunden mit einer kulturellen Umrahmung, Musik und einer Misswahl.
Der zweite Tag war ein Kulturtag in Metz, denn Wanderrudern soll auch bilden. Einige besichtigten Nancy, bevor sich alle am, teilweise im Springbrunnen, vor dem Theater in Metz trafen.
Henry, unser kompetenter Stadtführer, hatte zuvor den größten Teil unserer Rudermannschaft in seinem Haus empfangen und mit seiner Familie bewirtet, bevor er uns seine Heimatstadt mit allen Sehenswürdigkeiten zeigte.
Es war sehr interessant und lehrreich, gerade und in Bezug auf die deutsch-französische Geschichte der Stadt. Dies alles zu schildern würde jedoch einen ganzen Roman füllen. Erwähnt werden müssen aber zwei Dinge, die mit dieser Fahrt und dieser Stadt verbunden bleiben. Erstens die Fahrt mit unserem Vereinsbus in die Tiefgarage, am Theaterplatz und das anschließende Essen an der Moselle. Das Essen war sehr gelungen, die Einfahrt in besagter Garage mit vollbesetztem Bus auch - !! Nur mit einem unbesetzten Bus wieder heraus zu kommen gestaltete sich als schwierig, wenn gar unmöglich und, sofern man mit einer defekten Chipkarte versucht, die Schranken zu öffnen, konnte es schon gar nicht gehen.
Erst als alle den Bus besetzt hatten und er sich unter Vollast befand, hatte er auch die nötige Höhe (Tiefe), um nicht an die Garagendecke zu stoßen, Der eiligst herbei gerufene Schließ- und Sicherheitsdienst kam auch nach ca. 1,5h und öffnete uns die Schranke zur Fahrt ins Freie, Merke! Prüfe in Frankreich die Höhen der Tiefgaragen und die Funktion der Chipkarten vor der Einfahrt.
Aus den Erfahrungen der ersten Etappe hatten wir gelernt, die Strecken möglichst früh zu beginnen, um nicht der erbarmungslosen Hitze ausgesetzt zu sein. Also wurde früher gestartet, etwa um 8.30 Uhr, als noch kühle 28C herrschten; und die Streckenlänge sollte nicht mehr als 25 km, bei 2-3 Schleusen, betragen.
Unsere zweite Ruderetappe verlief von Liverdun nach Pout à Mousson, zum dortigen Ruderclub, wo die Lagerung der Boote organisiert war. An diesem Tag ereilten uns drei Extreme. Unsere Landmannschaft verfehlte unsere Rast- und Verpflegungsplätze an den Schleusen und konnte die Verabredung nicht einhalten. Dann war laut franz. Tagesberichten der heißeste Punkt in Dieulouard, wo eine meteologisch gemessene Tagestemperatur von 40,60°C herrschte. Dort hielten wir auf Grund unserer ausgebliebenen Verpflegung, um eine Kneipe zu überfallen und dort einen neuen Umsatzrekord aufzustellen, was die Menge als auch die Geschwindigkeit des Reinschüttens in den Hals betraf. Die Wirtin machte mindestens einen Monatsumsatz innerhalb 1 Stunde. Wir sind gespannt auf das neue Guinnessbuch der Rekorde 2003.
An diesem Tag wurde klar, was es heißt “Ruderer sind leidensfähig", denn für alle Jahrgänge ging es in die Grenzbereiche des Ertragens. Diese außergewöhnliche Hitze sollte uns bis ans Ende der Fahrt begleiten und wird uns unvergessen bleiben, die nächster Etappen gingen von Pont à Mousson nach Metz, zum Ruderclub. Hier wurden die Boote verladen, keiner wollte sich mehr anstrengen, alle suchten Schatten und ein ruhiges Plätzchen. Als das Kommando zum Riggern und Verladen kam, ging es dann doch ziemlich rasch und zügig, alle griffen zu, jeder wollte schnell fertig werden. Es war schön zu erleben, wie diese Gemeinschaft täglich zusammen wuchs, um mit vereinter Kraft die Aufgaben und Anstrengungen zu meistem.
Mit dem erneuten Einsatz der Boote in Basse-Ham begann eine verkürzte Tagestour nach Nenning. Weiter ging die nächste Etappe von Nenning bis hinter Oberbillig. In dieser Grenzregion zwischen Frankreich, Deutschland und Luxemburg sah man verstärkt den Bergweinbau in seiner hoch kultivierten Form. Von Oberbillig ruderten wir nach Trier, ohne es zu versäumen, einen Abstecher in die Saar zu unternehmen. Mt der Folge, dass einige Runden "Neuwasser" fällig waren und wir erstmals Wanderruderer eines anderen Vereins, nämlich aus dem Münsterland, trafen. In Trier angekommen waren die Boote zu verladen, was wieder reibungslos klappte. Dann ging es unter die Duschen im Ruderverein. Was für Gefühle kamen da auf!! Frisch geduscht, alle hatten diese Fahrt unbeschadet überstanden und konnten sich auf einen Stadtbummel in Trier freuen, wo wir dann abends gemeinsam in einem schönen Lokal den Tag ausklingen ließen.
Wer mich fragt, was mir an dieser Fahrt besonders in Erinnerung bleiben wird, dann sind es folgende Dinge:
1. Die extreme Hitze über Tage und wie es ein so gemischtes Team aus Jugendlichen, mittlere sowie reifere Jahrgänge gemeinsam schafft, die gesteckten Ziele zu erreichen. So etwas können nur Ruderer.
2. Dass der Satz eines großen Kulturschaffenden erlebt wurde, der da sagte: „Nicht die Siege sind wichtig im Leben, sondern das gemeinsame Durchstehen!“
Ich habe gesehen wie sie alle zugepackt und durchgezogen haben und sich das Trinkwasser teilten.
3. Ich habe schon vieles erlebt, aber noch nie, dass nachts ca. 80% aller Türen in einem Hotel offenstanden und man den schlafenden Leuten bis ins Bett schauen konnte. Einige lagen auf dem Fußboden, mit dem Kopf in Richtung Eingangstür, andere hatten es sich auf dem Rasen vor dem Hotel bequem gemacht. Eine Ruderdame schlief, eingeschlagen in einem von Wasser durchfeuchteten Bettlaken.Nur so war möglich, bei dieser Hitze die Nächte zu überstehen, so geschehen in Pont à Mousson.
Nach unserer letzten Übernachtung in der Jugendherberge in Trier, traten wir am 9. August über Frankfurt a. M. die Heimreise an, natürlich mit einigen Flaschen „Äppelwoi“ an Bord, mit denen wir sicher und wohlbehalten in BS ankamen.

Mechthild



 
 
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