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STIKINE River, Kanada

Abenteuerrudern, 28. Dez. 2005, 12:47h (Wanderrudern)


Wildwasserrudern geistert seit laengere Zeit in unseren Koepfen herum. Der Nordwesten von Kanada hat unendliche Wildnis und unzaehlige Fluesse, welche nur darauf warten, befahren zu werden. Nach dem Motto: Wer spinnt hat mehr vom Leben, haben wir beschlossen, mit einem der neu erworbenen VIRUS Ruderbooten (mit Rollausleger) eine Erstberuderung des Stikine Rivers zu versuchen. Dieser Fluss wird der internationalen Skala folgend als Wildwasser der Klasse 2-3 bezeichnet. Der obere Stikine durchfliesst das unberuehrte Spatzizi Plateau (Wilderniss-Park) und muendet im Panhandle von Alaska bei Wrangell in den Pazifik. Der von uns ins Auge gefasste Oberlauf hat eine gesamte Laenge von ca. 250 km. Der Quellsee Tuaton Lake ist nur per Buschflugzeug erreichbar.



Unsere Gruppe umfasste die folgenden Teilnehmer: Hans & Marianne Bettschen, Denise & Thuri Melliger und Barbara Baumann in Kanus sowie Kurt Baumann im VIRUS Ruderboot.

Hier ein paar Auszuege aus dem Tagebuch:

Wendel Imhof fliegt uns von Smithers BC, mit seiner Turbo-Otter (ein Wasserflugzeug) zum gewuenschten Startort unserer Wildwasser-Ruder/Kanutour, dem Tuaton Lake.

11. August
Das erste Lager am Tuaton Lake wird nach einem Akklimatisierungstag, wie geplant abgebrochen, die Kanus und das Ruderboot beladen, es geht los. Gegen den spaeteren Nachmittag erreichen wir die ersten unbefahrbaren und somit zu umtragenden Stromschnellen, die Fountain Rapids. Unterhalb der Rapids schlagen wir unser Lager auf, geniessen das gute Essen und entspannen uns am knisternden Lagerfeuer.

12. August
Der niedriege Wasserstand beunruhigt uns, da der Fluss dadurch weitaus mehr Hindernisse hat. Jedoch ohne Probleme erreichen wir die naechsten unbefahrbaren Stromschnellen, Chapea Rapids. Der schlechte Zustand des Portage-Trails bringt uns auf die Idee, die beladenen Kanus zu treideln. Lieber nass, als tragen! Das nicht ganz einfache Unterfangen endet gluecklich mit blauen, zerschundenen Beinen und Knien! Zwei Biber schwimmen den Canyon hoch und beobachten uns.

14. August
Wir haben im wunderschoen gelegenen Pink Canyon uebernachtet. Da der Fluss komplett mit Steinen durchsetzt ist, fahren wir die Boote einzeln durch den Canyon. Auf der nachfolgend tollen Fahrt koennen wir zwei praechtige Elchbullen aufspueren.

15. August
Hagel prasselt auf 's Zelt, trotzdem muessen wir aufstehen. Kurz darauf scheint die Sonne, die Wolken verziehen sich. Das ist das fuer diese Gegend typisches Wetter. Wir haben einen imposanten Ausblick in die umliegenden Berge, welche ueber Nacht mit einer weissen Schicht ueberzogen worden sind.
Die letzten Kurven vor dem Zusammenfluss mit dem Chucachida-River sind mit Baumstaemmen komplett verblockt. Das Wasser staut sich durch einen Logjam (ein grosser Haufen von Baumstaemmen), welcher ueber die ganze Breite des Flusses reicht. Anlegen geht nicht, denn ueberall ragen Aeste und Stoecke aus dem Wasser. Das alles bei einer Fliessgeschwindigkeit von ca. 6 km/h. Alles geht schnell, viel Zeit zum Ueberlegen bleibt nicht. Dann oeffnet sich eine ca. 2 Meter breite Schneise. Es ist die einzige Moeglichkeit durch den Logjam durchzufahren. Das ist sowohl fuer die Kanus und speziell fuer das Ruderboot ein nicht nicht ganz ungefaehrliches Unternehmen, sind doch nebst dem Boot auch immer noch die beiden Sculls in solchen Hindernissen zu beruecksichtigen. Aber alles geht gut. Tagesziel ist der Zusammenfluss am Spatzizi-River.
Auf einer schoenen Sandbank mit einem grandiosen Ausblick auf den Zusammenfluss der beiden Fluesse, schlagen wir unser Lager auf. Ein weiterer, erreignisreicher Tag liegt hinter uns.

16. August
Nach einer frostige, kalte Nacht mit einem Nordlicht begruesst uns die waermende Sonne wieder.
Heute erreichen wir die Jewel Rapids (Klasse 3). Die Stroemung nimmt zu, anlegen um zu scouten kommt wegen den steilen Ufern nicht in Frage. Schon sind wir mitten drin, die ersten Felsen schiessen auf uns zu, eine Zick-Zack-Schneise fuehrt uns Mitten durch. Dahinter folgt ein kleiner Fall und eine riesengrosse Wasserwalze schiesst auf uns zu. Ausweichen koennen wir nicht, also gerade durch, Sculls wechselweise ueber die verflixten Steine und Felsen anheben, balancieren und schon haben wir es ueberstanden. Wir legen fuer die Mittagsrast an.
Genug Adrenalin fuer heute. Eine tolle Fahrt ! Tagesziel ist der Zusammenfluss mit dem Pitmann River. Die Sonne scheint, der Platz ist einfach Spitze, eine riesig schoene Sandbank, viel Holz fuer’s Feuer und ein phantastischer Ausblick ueber das Spatzizi Plateau.

17. August
Eine interessante Strecke liegt vor uns. Der Fluss faellt, wir haben das Gefuehl auf einen Wasserfall zuzurasen. Die Stroemung ist phantastisch. Stehenden Wellen und manchmal engen Passagen mit grosse Eddys (Kehrwasser) versorgen und mit Adrenalinschuebe. Jedoch verlaeuft die Fahrt ohne Probleme. Nur das viele Manoeverieren hinterlaesst seine Spuren, wir werden alle schneller muede. Irgendwas etwas stoert bei Rudern, aha, der Steuerbord-Dollenstift hat sich gelockert. Die Schraube ist los. Notfallmaessiges anlegen, das gute SWISS-TOOL behebt den Schaden.

18. August
Heute geht’s etwas leichter vor sich. Der Fluss verzweigt sich nicht so sehr und wir koennen uns etwas erholen. Tagesziel ist der Beggerlay Canyon. Es regnet und ist kalt. Der vor uns liegende Canyon hat eine heikle Stelle mit einer Wasserwalze, in welche wir gar nicht geraten wollen.

19. August
Letzter Tag auf dem Fluss! Die Kanus wurden alle sicher durch die Stromschnelle gefahren, das Ruderboot aus Sicherheitsgruenden getragen. Bei der Einbootstelle im Canyon setzt Kurt als erster ab und wird von einem tollen Wirbel fast an die Wand gedrueckt.

Uns steht heute noch eine einzige schwierige Stelle bevor. Ein scharfes S, in welcher der Fluss voll auf eine Felswand schlaegt, das Wasser zurueckwirft und hohe stehende Wellen verursacht, im zweiten S dasselbe nochmals. Die Wellen sind hoch und wir klatschen schwer auf’s Wasser. Die Stroemung ist schnell, der Fluss verengt sich auf ca. 15 Meter.... Ohne Probleme kommen wir mit den Kanus durch und halten im grossen Eddy hinter den Felsen an. Dann rudert Kurt schimpfend um die Ecke. Er waere fast Baden gegangen, da eine der Wellen ein Ruder erfasst hat.
Schon sehen wir in der Ferne die Bruecke, welche das Endziel dieser Wildwasserfahrt markiert. Wir sind am Ende unserer Abenteuerfahrt angelangt. Muede, zufrieden und auch etwas erleichtert entladen wir zum letzten Male die Boote.

Ein unvergessliches Abenteuer geht gluecklich zu Ende.

Mit einem rudersportlichen Gruss aus Smithers, BC
Kurt & Barbara Baumann
info@rowingtours.com




 
 
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